Rainer Maria Rilke hat es exakt auf den Punkt gebracht:

Man muss den Dingen die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist ausgetragen - und dann gebären ...

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
das dahinter kein Sommer kommen könnte.

Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit ...

Man muss Geduld haben gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken,
eines fremden Tages in die Antwort hinein.
Manchmal bekomme ich nach Aufstellungen ein Feedback, dass noch gar nichts passiert wäre. Wie kommt das?

1. Erwartungen

Es ist fatal, ein bestimmtes Ergebnis zu erwarten. In den seltensten Fällen tritt das ein. Man bringt mit einer Aufstellung das Thema in Gang, löst Blockaden, löscht alte Programme und ersetzt sie durch neue. Das hat manchmal andere Auswirkungen, als gedacht. Strikte Erwartungen und die totale Kontrolle bringen oft Enttäuschungen, die sich allerdings viel später oft als Glücksfall erweisen.
Ich hatte mal eine Klientin, die Klarheit und Bewegung in ihre Beziehung bringen wollte. Ihr Ziel war allerdings, dass sie unbedingt den Mann behalten wollte, den sie hatte, ihn aber so ändern wollte, dass er 100% ihren Vorstellungen entsprach und ihn dazu bringen wollte, sie zu heiraten. Meine Versuche, ihr klar zu machen, dass das so nicht funktionieren wird, blieben ungehört. Also stellten wir die Beziehung auf.
Das Ergebnis war, dass sie ein paar Tage später erfuhr, dass ihr Freund schon seit längerer Zeit eine andere Frau hatte, weil er sich von ihr enorm unter Druck gesetzt fühlte.
Sie war von dem Mann enorm enttäuscht und von der Aufstellung auch. Dabei hatte der Mann wahrscheinlich einfach nur so sein wollen wie er ist und war nicht bereit, sich ihrer kindlichen Vorstellungswelt anzupassen.
Und die Aufstellung hatte genau die Klarheit gebracht, die so dringend wollte, eben nur nicht den Erwartungen entsprechend.
Es ging ihr nicht darum, das Problem zu lösen, sondern die Welt da draußen in ihre Form zu pressen. So weit ich weiß, ist das noch nie jemandem gelungen.
Ich hoffe, sie hat nun den Mann getroffen, der perfekt zu ihr passt und kann die Trennung im Nachhinein unter einem positiven Aspekt sehen und die gemachten Erfahrungen als  Lernprozess.

2. Geduld

Wie sagt ein chinesisches Sprichwort: "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht."
Eine Aufstellung, besonders eine astrologische Aufstellung bewirkt Veränderungen tief in unserer Seele. Danach kommt ein Prozess in Gang, der mehrere Monate dauert. Manchmal geschehen die Veränderungen langsam und subtil. Die Person selbst merkt es oft gar nicht. Fragt man aber Menschen der Umgebung, können diese schon feststellen, dass sich da etwas bewegt hat.
Andererseits kann das Alte auch erst einmal zusammen brechen. Es fühlt sich dann an, als wäre das Chaos ausgebrochen. Und ja, das ist auch so. Denn nur, wenn das Alte sich verabschiedet hat, der Boden sozusagen umgegraben ist, kann aus diesem heraus etwas fruchtbares Neues entstehen.
Ich hatte schon ein paar mal Rückmeldungen, wo es hieß: Ich habe gar nicht gemerkt, dass sich etwas verändert hat, aber nach einem halben Jahr kann ich im Rückblick sagen, dass sich eine Menge getan hat.
Und falls Sie auch dann noch nichts feststellen, fragen Sie doch mal die Menschen in Ihrere Umgebung!

3. Eigenverantwortung

In einer Aufstellung zeigt sich das Programm, das wir bis dahin tief im Unterbewusstsein mit uns herum getragen habe. Das gibt oft Rückschlüsse darauf, warum wir bestimmte Verhaltensweisen an den Tag gelegt haben.
Damit ist das Verhalten nicht mehr unbewusst, sondern ist in das Bewusstsein gerutscht. Mit anderen Worten, wir tragen damit auch die Verantwortung, dieses zu beobachten und schrittweise zu verändern. Denn eine Gewohnheit sitzt tief und bedarf unserer Aufmerksamkeit und Aktivität, sie zu wandeln.
Bei 7 Woman Wings habe ich gelernt:
- nach 40 Tagen wandelt sich eine alte Gewohnheit in eine positivere
- nach 90 Tagen bestätigt man die neue Gewohnheit
- nach 120 Tagen wird sie zur zweiten Natur
- nach 1000 Tagen hat man die Gewohnheit verinnerlicht
Die Wirkung von Aufstellungen
Anett Metz Lebensberatung
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